Schwangerschaft

Die Schwangerschaft ist eine besondere Zeit im Leben jeder Frau. Freudige Erwartung, aber auch Unsicherheiten, Bedenken und auch Ängste, sind in einer solchen Lebenssituation ganz normal. Gerne stehe ich Ihnen mit meiner Erfahrung als Frauenärztin (und natürlich auch als Mutter) zur Seite.

Bereits wenn Sie eine Schwangerschaft planen, sollten Sie auf ausreichende Folsäurezufuhr achten. Folsäure ist enthalten in grünem Gemüse, Weizenkeimen, Karfiol, Spargel. Als Zusatz ist es in allen Multivitaminpräparaten enthalten.

Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit. Am Beginn steht die manchmal unangenehme Umstellungszeit mit Übelkeit, ist die jedoch überstanden, fühlen sich die meisten Frauen wohl.

Müdigkeit, Sodbrennen, heiße Füße – keine Schwangerschaft verläuft ohne das eine oder andere Wehwehchen. Doch keine Sorge: Nach der Geburt verschwinden diese Unannehmlichkeiten meist spurlos. Für Vieles gibt es Abhilfe, aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen oft weiterhelfen.

Bewegen Sie sich in der Schwangerschaft bitte genügend, auch sportliche Aktivitäten, die Sie gewöhnt sind, machen Sie ruhig weiter. Von Saunabesuchen rate ich wegen einer mögliche Kreislauflabilität ab, gegen den Besuch eines Dampfbades ist bei einer unkomplizierten Schwangerschaft nichts einzuwenden. Im Solarium und beim Sonnenbaden am Meer oder im Gebirge kann es zu Pigmentstörungen im Gesicht kommen, dunkle Flecken an den Wangen und Schläfen können die Folge sein. Bitte rauchen Sie in der Schwangerschaft nicht und trinken Sie keinen Alkohol. Auch Ihre Ernährung während der Schwangerschaft hat großen Einfluss auf Ihr Wohlbefinden.

Babyultraschall in unserer Ordination

Ultraschall in der Schwangerschaft verursacht nach heutigem Wissensstand keine Schäden bei Mutter oder Kind.

Die meisten Kinder kommen gesund zur Welt, durch Ultraschalluntersuchungen steigt aber die Chance, Störungen in der Entwicklung oder Fehlbildungen zu erkennen.

In der Frühschwangerschaft wird festgestellt, ob Sie ein Kind oder eventuell mehrere erwarten. Sie sehen sein Herz schlagen und beobachten, wie es sich bewegt. Es wird das genaue Alter der Schwangerschaft bestimmt. In der späteren Schwangerschaft wird untersucht, ob Ihr Baby normal wächst und gesund ist, wie es liegt und ob es sich normal entwickelt.

Untersuchung in der Schwangerschaft

Selbstverständlich führe ich die empfohlenen Mutter Kindpass Untersuchungen durch. Weitere Untersuchungen zur Frühentwicklung des Embryos und zur Kontrolle der normalen weiteren Entwicklung sind sinnvoll und werden in Abstimmung mit Ihnen besprochen. Zur wichtigsten Frage – ist mein Kind gesund und wie kann ich das feststellen, berate ich Sie.

Wenn Sie genauere Untersuchungen zur Abschätzung eines Risikos für Ihr Baby wünschen, rate ich zu Untersuchungen in einem Zentrum für Ultraschalldiagnostik, z.B Fetomed, med4women, Twocare, Babyschall oder anderen qualifizierten Ordinationen.
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Bei den Schwangerschaftsuntersuchungen werden der Gesundheitszustand (Blutdruck, Gewichtszunahme, Harn- und Blutuntersuchungen) der Mutter erhoben sowie die Entwicklung des ungeborenen Kindes mittels Ultraschall dokumentiert und in den Mutter-Kind-Pass eingetragen. In der Regel sollte ein Kontrollbesuch beim Frauenarzt einmal im Monat stattfinden. Der österreichische Mutter-Kind-Pass sieht zehn Untersuchungen während der 40 Wochen vor, fünf davon sind für den vollen Anspruch auf das Kinderbetreuungsgeld verpflichtend.

Ich begleite Sie auch gerne zur Geburt ins Spital. Hier erfahren Sie näheres.

Häufig gestellte Fragen zur Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft bringt so viele Fragen mit sich, dass ich Sie bitte, sie aufzuschreiben, erfahrungsgemäß kommt man beim Heimfahren drauf, was man alles noch fragen wollte. Ein paar Fragen kann ich aber schon hier beantworten:

Ernährung

„Für zwei essen“ – noch immer glauben viele werdende Mütter diesem alten Sprichwort. Doch hier hat die Erfahrung aus vielen Generationen einmal nicht recht. Die Schwangerschaft stellt an den Körper der Frau zwar große Anforderungen, doch um damit fertig zu werden, brauchen Schwangere vor allem mehr Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe.

Der Bedarf an Energie, das heißt Kalorien, steigt im ersten Schwangerschaftsdrittel praktisch nicht an und ist auch später nur wenig erhöht. Mit fortschreitender Schwangerschaft geht auch die körperliche Aktivität zurück. Dies trägt dazu bei, dass kaum mehr Kalorien aufgenommen werden sollten als vor der Schwangerschaft.

Sport und Heben während und nach der Schwangerschaft

Alles, was sie gewöhnt sind und gerne machen, machen Sie ruhig weiter. Sie sollten Sich nicht völlig verausgaben und wenn Sie bisher eher das gemütliche Leben gepflegt haben, hat es keinen Sinn, jetzt mit einem heftigen Sportprogramm zu beginnen.

Das berühmte Heben- Sie sollten keine schweren Lasten heben. Aber wenn Sie daran denken, daß ein kleines (erstes) Kind auch schon mal 10-15 kg hat, und Sie es auch heben müssen, sehen Sie, daß solche Empfehlungen sehr relativ sind. Was sich vermeiden lässt, lassen Sie, was sein muß, muß ohnehin sein.

Wenn Sie nach der Schwangerschaft wieder mit einem heftigen Programm beginnen wollen, um die überflüssigen Kilos loszuwerden, gebe ich zwei Dinge zu bedenken: Starke körperliche Aktivität reduziert die Muttermilch, abgesehen davon, daß die Brust „im Weg“ ist. Auch haben Babies ja keinen Tag- und Nachtrhythmus, sodaß man froh über ein paar ruhige Minuten ist und dann nicht unbedingt laufen gehen will. Also lieber vorher aufs Gewicht aufpassen!

Sexualität

Es spricht nichts dagegen, das gewohnte Sexualleben weiterzuführen, sofern mit der Schwangerschaft alles in Ordnung ist. Es kann nach dem Geschlechtsverkehr zu leichten Blutungen kommen, diese sind meist leicht, hell- bis dunkelbraun und ähnlich dem letzten Tag einer Regelblutung. Diese Blutungen sind harmlos. Sollten Sie Probleme in der Schwangerschaft haben , sollten Sie auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Haare färben während der Schwangerschaft

Eine Frage, die immer wieder in der Schwangerschaft gestellt wird: Kann ich meine Haare weiter färben?
Die möglichen Konsequenzen des Haarfärbens auf das Ungeborene werden sehr unterschiedlich beurteilt und es gibt sehr wenig Daten dazu.
Die Kopfhaut kann Stoffe gut aufnehmen, und so könnten giftige Inhaltsstoffe direkt in den Organismus und auch in die Muttermilch gelangen.
Von verschiedenen Seiten wird daher gänzlich vom Haare färben in der Schwangerschaft abgeraten, allerdings haben Untersuchungen an schwangeren Friseurinnen, die ja täglich mit Haarfarben zu tun haben, keine Schädigungen an deren Kindern nachweisen können.
Will man nicht auf das Haare färben verzichten, kann man es mit Pflanzenfarben versuchen, eine andere Möglichkeit ist, erst nach dem ersten Drittel der Schwangerschaft zu färben.
Bei einigen Pflanzenfarben sind allerdings Allergien aufgetreten, auch bekommen sie nicht immer das gewünschte Ergebnis.

Wenn Sie also ganz sicher sein wollen: Alles, was sehr stark riecht (stinkt!), lassen Sie lieber weg, zurück zur eigenen Farbe und auch die Stillzeit abwarten oder ein möglichst gut untersuchtes Präparat suchen.

Mehr Informationen finden Sie unter www.umweltberatung.at, www.oekotest.de, www.allum.de

Fliegen während der Schwangerschaft

Auch hier gibt es keine Daten. Generell wird vor der 13.SSW vor allem von Langstreckenflügen abgeraten. Ebenso sollte man spätestens ab der 36. SSW nicht mehr fliegen. Wenn die Schwangerschaft „sichtbar“ ist, sollten Sie zur Sicherheit ein ärztliches Attest mitnehmen, das bestätigt, daß alles in Ordnung ist.

Bei Problemen in der Schwangerschaft, Mehrlingen oder anderen Risikoschwangerschaften gilt Flugverbot. Auf jeden Fall empfehlenswert sind Stützstrümpfe wegen des erhöhten Thromboserisikos und die Gabe von Heparin.

Bitte besprechen Sie Flugreisen vor der Buchung und suchen Sie Sich auch das Reiseziel für einen Urlaub gut aus. Es kann in einer Schwangerschaft Probleme geben und nicht in allen Ländern möchte man gerne zu einem Arzt gehen, manchmal ist auch gar nicht so leicht ein kompetenter Kollege greifbar.

Eine Schwangerschaft bringt so viele Fragen mit sich, dass ich Sie bitte, sie aufzuschreiben, erfahrungsgemäß kommt man beim Heimfahren drauf, was man alles noch fragen wollte.

Impfungen in der Schwangerschaft und Stillzeit

Generell können während der Schwangerschaft Impfungen mit Totimpfstoffen durchgeführt werden, jedoch ist ein Verschieben der Impfung in das 2. oder 3. Trimenon als Vorsichtsmaßnahme angezeigt, um theoretischen Bedenken zu entgegnen: einerseits kann ein teratogener Einfluss nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden, andererseits könnte die Mutter ein zufälliges, gleichzeitiges Auftreten von gängigen Schwangerschaftskomplikationen des ersten Trimenons mit der Impfung in Zusammenhang bringen.

Es gibt bisher keine Evidenz für einen negativen Effekt der Impfung mit Totimpfstoffen auf Schwangerschaft oder Kind. Die jeweilige Fachinformation muss zusätzlich beachtet werden.

Schwangeren werden folgende Impfungen empfohlen:

Pertussis ab dem 2. Trimenon (idealerweise 27. bis 36. SSW), falls die letzte PertussisImpfung länger als 2 Jahre zum Geburtstermin zurückliegt und unabhängig vom Abstand zur letzten Tetanus-Impfung ohne Pertussis-Komponente. Im Vordergrund steht der Schutz des Kindes vor Pertussis in den ersten 6 Lebensmonaten. Es stehen nur Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung ( Diphtherie-Tetanus-Pertussis oder DiphtherieTetanus-Pertussis-Polio, siehe Kapitel Pertussis) 303 303 Centers for Disease Control and Prevention. Guidelines for Vaccinating Pregnant Women. www.cdc.gov/vaccines/pregnancy/hcp/guidelines.html Impfplan Österreich 2019, Version 1 Seite 124 von 147 sozialministerium.at

Tetanus zum Schutz der Mutter und des Neugeborenen (durch die Kombinationsimpfstoffe abgedeckt – siehe Pertussis)

Influenza (Totimpfstoff): Da Influenza während der Schwangerschaft oft schwere Verläufe zeigt, wird die gut verträgliche inaktivierte Impfung gegen Influenza zum eigenen Schutz und zum Schutz des Neugeborenen vor und auch noch während der Influenzasaison empfohlen. Die Influenzaimpfung wird dringend im 2. oder 3. Trimenon empfohlen, sollte aber auch bereits im 1. Trimenon verabreicht werden, wenn eine Grippewelle unmittelbar bevorsteht (siehe auch Kapitel Influenza).

Die Schwangerschaft ist eine Kontraindikation für Lebendimpfungen (Masern, Mumps, Röteln, Varizellen, Gelbfieber), allerdings ist ein Impfrisiko eher theoretisch. Ein Schwangerschaftstest vor der Impfung zum Ausschluss einer Schwangerschaft ist nicht notwendig, kann aber bei unklarer Situation empfohlen werden. Ein zuverlässiger Konzeptionsschutz wird für einen Monat nach der Impfung mit Lebendimpfstoffen empfohlen. Bei versehentlicher Rötelnimpfung während der Schwangerschaft wurde noch kein Fall einer Rötelnembryopathie bekannt. Eine versehentliche Rötelnimpfung ist daher keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch.

Reisen in Gelbfieberendemiegebiete sollen während der Schwangerschaft vermieden werden. Schwangere, die unbedingt in ein Land mit bekanntem Gelbfieberausbruch reisen müssen, können gegen Gelbfieber geimpft werden, da es sich hier um eine relative Kontraindikation handelt und das Risiko einer Gelbfieberinfektion das Impfrisiko überwiegt .

Stillzeit Grundsätzlich sind in der Stillzeit die meisten Impfungen möglich, in jedem Fall ist aber die Fachinformation zu beachten. Eine Ausnahme stellt Gelbfieber dar: Gelbfieber sollte während der Stillzeit nicht geimpft werden (siehe Kapitel „Gelbfieber“ und Kapitel „Transmission von Impfviren Geimpfter auf empfängliche Kontaktpersonen“).

Für seronegative Wöchnerinnen und stillende Mütter dringend zu empfehlen: ▪ Masern-Mumps-Röteln-Impfung ▪ Varizellen-Impfung Für die Verabreichung dieser möglichst bald nach der Geburt durchzuführenden LebendImpfungen können auch Hebammen in Betracht kommen (bezüglich MMR- oder VarizellenImpfung und Rhesusprophylaxe siehe „Rötelnimpfung und Anti-D Prophylaxe“). Die entsprechende Dokumentation, Aufklärung (gem. § 51 iVm § 49 ÄrzteG 1998; § 9 und § 9a HebG) und das Vorhandensein spezifische Notfallsmedikamente zur Behandlung etwaiger Impf-Nebenwirkungen müssen dabei gewährleistet sein. 304 Wilson E et al. Varicella vaccine exposure during pregnancy: data from 10 Years of the pregnancy registry. J Infect Dis.

Quelle: österreichischer Impfplan 2019