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Infektionen im Vaginalbereich sind so unangenehm wie häufig. Fast jede Frau hatte schon einmal damit zu tun. Meist ist es Ausfluss, durch den die Frau erkennt, dass etwas nicht stimmt.
Wobei jedoch gerade der Ausfluss nicht immer krankhaft, sondern auch ganz natürlich sein kann. In jedem Fall jedoch sollten Sie sich von Ihrer Frauenärztin untersuchen lassen, wenn Sie Beschwerden haben oder der Ausfluss Symptome wie Juckreiz, brennen, Geruch zeigt oder plötzlich mehr geworden ist. Ein Abstrich aus der Scheide oder aus dem Gebärmutterhalskanal wird dann im Mikroskop untersucht und kann die Störenfriede der gesunden Vaginalflora entlarven; gewöhnlich handelt es sich dabei um Bakterien, Pilze oder Trichomonaden.
Hinter einem Ausfluss steckt nicht immer eine Krankheit!
Junge Mädchen leiden häufig zu Beginn der Pubertät unter verstärktem Ausfluss. Das ist kein Grund zur Sorge. Vielmehr zeigt der Organismus damit an, dass er von nun an mehr weibliche Geschlechtshormone produziert - und dass demnächst mit der ersten Regelblutung zu rechnen ist.
Frauen, die gelernt haben, ihren Körper genau zu beobachten, können im Laufe des regelmäßigen Monatszyklus Veränderungen ihres Schleimpfropfes am Muttermund feststellen. Auch dieser "Ausfluss" - mal glasklar durchsichtig, mal zäh und trübe - ist ganz natürlich.
Infektionen mit Genitalkeimen gehören häufig zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie aber als "moderne Geschlechtskrankheiten" zu bezeichnen, ist irreführend - denn die Frau oder der Mann kann sich auch ohne sexuellen Kontakt damit anstecken. Eine "beliebte Quelle" ist der Whirlpool, wo sich die Keime im warmen Wasser rasch vermehren. In stark gechlortem Wasser im Schwimmbecken dürfte eher die Irritation durch das Chlor stehen, in deren Folge dann die Infektion beginnt.
Hefepilze
Beschwerden:
Juckreiz, manchmal auch Brennen innerhalb der Scheide; flockig-weißer oder krümelig-gelblicher Ausfluss; Brennen beim Wasserlassen; Schmerzen beim Geschlechtsverkehr; geschwollene, rot entzündete Schamlippen.
Aminkolpitis
Beschwerden:
Ausfluss mit Gefühl der Nässe; charakteristischer fischiger Geruch.
Chlamydien
Beschwerden:
Muttermundentzündung; Brennen beim Wasserlassen (Harnröhre ist oft ebenfalls infiziert); Zwischenblutungen; Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Sehr oft auch gar keine Beschwerden. Besondere Gefahr durch aufsteigende Infektion: unklare, chronische Bauchbeschwerden durch meist leichte Eileiterentzündung, die Verklebungen und Verwachsungen auslösen kann. Spätere Unfruchtbarkeit kann die Folge sein.
Herpesviren
Beschwerden:
Juckender, brennender, oft sehr schmerzhafter Bläschenausschlag an den Genitalien, der in Geschwüre übergeht und bis zur Heilung verschorft, ähnlich der Herpes-Infektion der Lippen.
Wie Sie sich schützen können
Hautpilze fühlen sich in zuckerreichem Gewebe besonders wohl. Darum verzichten Sie lieber auf zuviel Süßigkeiten. Besonders in der Zeit der Behandlung einer Infektion.
Im feuchtwarmen Milieu fühlen sich Hautpilze besonders wohl. Trocknen Sie Ihren Körper nach dem Baden oder duschen besonders gut ab. Vermeiden Sie Wäsche aus synthetischem Material. Auch Slip-Einlagen müssen nicht unbedingt sein, sie erzeugen ein feuchtwarmes Klima. Waschen mit 60 Grad vernichtet fast alle Keime, man kann zur Sicherheit dem letzten Waschgang einen Hygienespüler zufügen.
Wenn Sie häufig unter derartigen Infektionen leiden, sind vielleicht Ihre Abwehrkräfte geschwächt. Helfen Sie Ihrem Körper, sich erst einmal gründlich zu entgiften und zu entschlacken. Ernähren Sie sich möglichst vollwertig, und würzen Sie mit keimhemmenden Heilpflanzen (z. B. Knoblauch, Kresse, Meerrettich) und versuchen Sie, nicht zu rauchen.
Milchsäure-Zäpfchen aus der Apotheke helfen, das gesunde saure Scheidenmilieu wieder herzustellen. Sie unterstützen die nützlichen Döderlein-Keime, die Krankheitserreger abzuwehren. Im Notfall hilft ein Tampon in Joghurt getaucht und eingelegt über die ersten Beschwerden weg.
Waschen Sie sich im Intimbereich am Besten nur mit Wasser oder mit pH-neutralen Syndets.
Es gibt Pilze und Keime, die im Darm sitzen. Reinigen Sie also mit dem Toilettenpapier immer "von vorn nach hinten". Und nicht umgekehrt.
Häufig wechselnde Partner und Analverkehr wirken sich störend auf die normale Scheidenflora aus. Der Körper ist hier besonders anfällig für eine Infektion.
Bei Beschwerden immer zur Frauenärztin
Solange Sie keine zusätzlichen Beschwerden haben, muß ein Ausfluss (bis auf wenige Ausnahmen) kein Zeichen für eine Erkrankung sein. Im Zweifelsfall hilft Ihnen jedoch Ihre Frauenärztin. Eine richtige Diagnose ist oft nicht möglich, weil frau mit allen zu Hause vorrätigen Salben aus früheren Behandlungen versucht hat sich zu helfen und erst nach einiger Zeit zu einer Untersuchung kommt. Ihre Ärztin hat bei akuten Beschwerden immer kurzfristig einen Termin frei. Sie wird Ihnen nach der Untersuchung sagen, ob Ihr Partner mitbehandelt werden muß. Oft ist eine Therapie mit sanften Heilmitteln möglich. Die Entscheidung trifft Ihre Ärztin mit Ihnen nach der Diagnose.
Was ich oft sehe:
Nach einer Therapie braucht es ein paar Tage, bis sich das Scheidenmilieu normalisiert. In dieser Zeit kann es, obwohl die Infektion schon weg ist, noch immer zu Beschwerden kommen. Viele Frauen meinen dann, daß noch immer Bakterien oder Pilze da sind und wiederholen die Therapie, manchmal sogar mehrmals. Durch die vielen Medikamente kommt es dann aber zu einer massiven Irritation der Schleimhaut und erst recht zu Beschwerden. Es ist oft sehr schwer, die Damen zu überzeugen, daß die Infektion längst weg ist und man nur ein bißchen Geduld braucht, bis sich alles wieder beruhigt. Auch jetzt helfen Zäpfchen mit Milchsäure oder der berühmte Joghurttampon.
Der besondere Rat für Schwangere
Schwangere sind anfällig für Infektionen, besonders für Pilzinfektionen. Achten Sie darauf, dass eine mögliche Infektion bis zur Entbindung behandelt und kuriert ist, damit sich das Kind bei der Geburt nicht anstecken kann. Besonders gefährlich ist eine unbehandelte Chlamydien-Infektion der Mutter. Darum müssen sich erkrankte Schwangere auch unbedingt mit einem geeigneten Antibiotikum behandeln lassen. Leidet die Schwangere z.B. unter Herpes genitalis, muß mit der Ärztin entschieden werden, ob das Kind durch Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden soll.
Ein Rat zum Schluß
Auch wenn ein Ausfluss in den seltensten Fällen auf eine gefährliche Krankheit hindeutet und meistens ganz "natürlich" ist... das Sicherste ist immer: Sie sprechen mit Ihrer Frauenärztin. Warten Sie nicht zu lange: Lassen die Beschwerden spätestens nach dem nächsten Zyklus nicht nach, sollten Sie sich unbedingt einen Untersuchungstermin geben lassen. Meist kann dann sofort festgestellt werden, was hinter dem Ausfluss steckt. Ist eine Behandlung notwendig, sollten Sie sich in jedem Fall genau nach den ärztlichen Anweisungen richten. Denn die Hälfte der Krankheitsrückfälle ist darauf zurückzuführen, dass die verordneten Medikamente nicht richtig oder nicht lange genug genommen wurden. Oder dass der Partner sich nicht hat mitbehandeln lassen.
Also: Die Medikamente nicht schon absetzen, wenn sich die Beschwerden bessern oder gar ganz verschwinden.
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